PRAXISLEITFADEN FÜR DEFENCE READINESS

NATO AQAP verständlich und praxisnah für den Mittelstand

Der Weg von der Anforderung zur gelebten Organisation

Viele mittelständische Industrieunternehmen verfügen bereits über ein funktionierendes Qualitätsmanagement und fragen sich dennoch, was NATO AQAP für ihre Organisation konkret bedeutet.

Mein Praxisleitfaden setzt genau dort an. Er ordnet die AQAP-Anforderungen ein, erklärt Zusammenhänge und zeigt, welche organisatorischen Fragen sich Geschäftsführung, Qualität, Operations, Einkauf und Lieferkette stellen müssen.

Das Buch ist kein Normkommentar. Es ist als Orientierung und Arbeitsgrundlage für Unternehmen geschrieben, die Defence Readiness strukturiert entwickeln wollen.

Autorin: Dipl.-Wirtschaftssinologin Renate H. Sattler, Kellogg-HKUST Executive MBA
Verlag: Core Bridge Interim – FZCO
ISBN: 978-3-69250-050-8

WARUM DAS BUCH ENTSTANDEN IST

Orientierung für den Mittelstand

AQAP wird häufig vor allem als Thema des Qualitätsmanagements verstanden. Defence Readiness betrifft jedoch weit mehr. Verantwortlichkeiten, Prozesse, Nachweisführung, Lieferantensteuerung und Managemententscheidungen greifen ineinander. 

Genau diese Zusammenhänge macht das Buch verständlich und überträgt sie auf die Realität mittelständischer Industrieunternehmen.

WARUM DIESES BUCH?

Weil dieselben Fragen immer wiederkehrten und es keinen praxisnahen Leitfaden gab, der AQAP als Führungsaufgabe und nicht nur als Thema des Qualitätsmanagements einordnet.

FÜR WEN IST ES?

Für Geschäftsführer und Führungskräfte mittelständischer Industrieunternehmen, die den Einstieg in den Defence-Markt vorbereiten oder ihre Organisation gezielt auf Defence-Anforderungen ausrichten wollen.

WAS NIMMT DER LESER MIT?

Eine strukturierte Standortbestimmung, ein klares Verständnis relevanter Anforderungen und einen nachvollziehbaren Weg zu belastbaren Strukturen, klaren Verantwortlichkeiten und nachhaltiger Defence Readiness.

AUS DEM INHALT

Vom Einstieg bis zur Readiness

Das Buch führt durch vier zentrale Themenfelder: Markt und Verantwortung, die AQAP-Systemlandschaft, die entscheidenden Führungsfragen sowie die praktische Umsetzung im Unternehmen.

Von ISO 9001 und AQAP 2110 über Quality Plan, Konfigurationsmanagement, Risikomanagement, Flowdown und Nachweisführung bis zur Roadmap für die organisatorische Weiterentwicklung.

FÜR WEN IST DAS BUCH

Drei Perspektiven auf dieselbe Herausforderung

Nicht jeder Leser benötigt dieselben Inhalte. Das Buch ermöglicht unterschiedliche Zugänge, je nach Verantwortung im Unternehmen.

GESCHÄFTSFÜHRUNG UND MANAGEMENT

  • Defence Readiness als Führungsaufgabe verstehen
  • Verantwortlichkeiten und Prioritäten klären
  • Ausgangssituation und Handlungsbedarf einschätzen
  • Ressourcen und organisatorische Entwicklung planen
  • Management-Roadmap für den Defence-Einstieg entwickeln

QUALITÄT, OPERATIONS UND LIEFERKETTE

  • AQAP-Anforderungen in bestehende Prozesse einordnen
  • Quality Plan und Nachweisführung verstehen
  • Konfigurationsmanagement und Risiken beherrschen
  • Flowdown und Lieferantenanforderungen berücksichtigen
  • interne Audits und kontinuierliche Verbesserung strukturieren

Das Buch gibt Orientierung.
Ihre Organisation muss den Weg gehen.

Sie möchten wissen, wo Ihr Unternehmen heute steht und welche nächsten Schritte für Ihre Defence Readiness sinnvoll sind?

In einem unverbindlichen Erstgespräch klären wir Ihre Ausgangssituation.

DAS AQAP-Glossar

Abweichung (Deviation)

Genehmigte Abweichung von einer vertraglich festgelegten Anforderung vor der Herstellung, Prüfung oder Leistungserbringung. Eine Deviation ermöglicht es, bekannte Abweichungen kontrolliert zu bewerten und freizugeben, bevor sie umgesetzt werden.

Abweichungsmanagement (Nonconformity Management)

Abweichungsmanagement stellt sicher, dass Nichtkonformitäten systematisch erfasst, bewertet, korrigiert und nachverfolgt werden. Ziel ist nicht die Fehlerverwaltung, sondern die Wiederherstellung der Anforderungskonformität und die Vermeidung von Wiederholungsfehlern.

Änderungsmanagement

Änderungsmanagement ist die geplante Steuerung aller Schritte, die nötig sind, damit eine beabsichtigte Änderung sicher und geordnet umgesetzt wird.

AQAP (Allied Quality Assurance Publications)

Die AQAP-Reihe umfasst die Qualitätsanforderungen und Leitlinien der NATO für Beschaffungs- und Rüstungsprojekte. Sie ergänzt bestehende Qualitätsmanagementsysteme um spezifische Anforderungen des Defence-Umfelds.

AQAP 2009 (NATO Guidance on the Use of AQAPs)

AQAP 2009 beschreibt die Grundprinzipien und die Anwendung der AQAP-Familie. Der Standard unterstützt Auftraggeber und Auftragnehmer beim Verständnis der Zusammenhänge zwischen den einzelnen AQAP-Dokumenten.

AQAP 2021 (NATO Requirements for Counterfeit Prevention)

AQAP 2021 definiert Anforderungen zur Vermeidung, Erkennung und Behandlung gefälschter oder verdächtiger Komponenten. Ziel ist der Schutz der Lieferkette und die Sicherstellung des Vertrauens in Produkte und Nachweise.

AQAP 2070 (Mutual Government Quality Assurance)

AQAP 2070 regelt die Zusammenarbeit von NATO-Staaten bei der Government Quality Assurance. Dadurch können staatliche Qualitätssicherungsmaßnahmen grenzüberschreitend durchgeführt werden.

AQAP 2105 (NATO Requirements for Quality Plans)

AQAP 2105 beschreibt die Anforderungen an einen Quality Plan. Der Quality Plan legt fest, wie ein Unternehmen die vertraglichen Qualitätsanforderungen eines konkreten Projekts umsetzt und überwacht.

AQAP 2110 (NATO Quality Assurance Requirements for Design, Development and Production)

AQAP 2110 ist der zentrale NATO-Vertragsstandard für Qualitätsmanagementsysteme bei Entwicklung, Produktion und Instandhaltung. Der Standard baut auf ISO 9001 auf und erweitert diese um Defencespezifische Anforderungen wie Government Access Rights, Configuration Management, Risk Management und Flowdown.

AQAP 2131 (NATO Quality Assurance Requirements for Final Inspection)

AQAP 2131 konzentriert sich auf Projekte, bei denen die Qualität überwiegend durch Endprüfung und Freigabe abgesichert wird. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfplanung, Konformitätsnachweisen und Freigabeprozessen.

AQAP 2190 (NATO Quality Assurance Requirements for Disposal)

AQAP 2190 beschreibt Qualitätsanforderungen für die kontrollierte Ausphasung, Verwertung und Entsorgung von Produkten und Systemen. Der Standard unterstützt die Beherrschung des letzten Abschnitts des System Life Cycle.

AQAP 2210 (NATO Supplementary Software Quality Assurance Requirements)

AQAP 2210 ergänzt AQAP 2110 um Anforderungen an Softwareentwicklung und Software-Qualitätssicherung. Besondere Bedeutung haben Nachweisfähigkeit, Konfigurationskontrolle und Risikobeherrschung von Software.

AQAP 2310 (NATO Quality Management System Requirements for Aviation, Space and Defence Suppliers)

AQAP 2310 richtet sich an Unternehmen der militärischen Luft- und Raumfahrt. Der Standard baut auf EN 9100 auf und ergänzt diese um NATO-spezifische Anforderungen.

Audit

Ein Audit überprüft systematisch, ob Prozesse, Produkte oder Managementsysteme die festgelegten Anforderungen erfüllen. Im AQAP-Kontext dienen Audits als wichtiges Instrument zur Bewertung von Wirksamkeit, Nachweisfähigkeit und Compliance.

Audit Finding

Ein Audit Finding ist eine festgestellte Beobachtung aus einem Audit, die zeigt, ob die geprüften Prozesse oder Vorgaben den festgelegten Anforderungen entsprechen oder nicht.

Audit Readiness

Audit Readiness bezeichnet die Fähigkeit eines Unternehmens, die Erfüllung geltender Anforderungen und die Wirksamkeit seiner Prozesse anhand aktueller, vollständiger und nachvollziehbarer Nachweise darzulegen. Dazu gehören geklärte Zuständigkeiten, beherrschte Abläufe und die rechtzeitige Bearbeitung erkannter Schwachstellen.

Audit Trail

Ein Auditplan ist ein vorbereiteter Plan, der festlegt, welche Bereiche, Prozesse und Kriterien im Rahmen eines Audits geprüft werden sollen.

Auditplan

Ein Auditprogramm ist eine geplante Reihe von Audits über einen bestimmten Zeitraum, mit Zielen, Verantwortlichkeiten und Zeitpunkten.

Auditprogramm

Ein Audit Trail dokumentiert nachvollziehbar, welche Änderungen, Entscheidungen und Freigaben vorgenommen wurden. Er schafft Transparenz und unterstützt die Nachweisfähigkeit gegenüber Kunden, Auditoren und GQAR.

Authorized Distributor (Authorized Distributor)

Ein Authorized Distributor ist ein vom Originalhersteller autorisierter Vertriebspartner. Die Beschaffung über autorisierte Quellen reduziert das Risiko gefälschter oder nicht rückverfolgbarer Komponenten erheblich.

BAAINBw – Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr

Das BAAINBw ist eine Bundesbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung und zuständig für Beschaffung, Entwicklung und Nutzung von Ausrüstung der Bundeswehr.

Baseline

Eine Baseline bildet den freigegebenen Referenzstand eines Produkts, Systems oder Dokuments. Sie schafft die Grundlage für kontrollierte Änderungen, Nachweisfähigkeit und Configuration Management.

CAPA (Corrective Action and Preventive Action)

Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen sind Maßnahmen zur Beseitigung von Fehlerursachen sowie zur Vermeidung möglicher künftiger Fehler.

Certificate of Conformity

Dokumentierte Erklärung des Auftragnehmers, dass ein Produkt, eine Lieferung oder eine Leistung die vertraglich vereinbarten Anforderungen erfüllt.

Certificate of Disposal (CoD)

Dokumentierter Nachweis, dass die vertraglich geforderte Aussonderung, Demilitarisierung, Verwertung oder Entsorgung ordnungsgemäß durchgeführt wurde

Change Control Board

Ein Change Control Board ist ein festgelegtes Gremium, das über vorgeschlagene Änderungen berät und deren Umsetzung freigibt oder ablehnt.

Compliance

Compliance bedeutet die Einhaltung von Gesetzen, Vorschriften und internen Regeln durch ein Unternehmen und seine Mitarbeiter.

Concession

Eine Concession ist eine genehmigte Sonderfreigabe, die unter festgelegten Bedingungen die Verwendung oder Freigabe eines Produkts oder einer Leistung ermöglicht, obwohl eine bestimmte Anforderung nicht erfüllt wurde. Sie setzt eine dokumentierte Bewertung sowie die Genehmigung durch die hierzu berechtigte Stelle voraus und gilt nur im ausdrücklich festgelegten Umfang.

Configuration Audit

überprüft, ob ein Produkt mit seiner dokumentierten Konfiguration übereinstimmt. Ziel ist die Sicherstellung der Konfigurationsintegrität und Nachweisfähigkeit.

Configuration Baseline

Eine Configuration Baseline ist ein formell festgelegter und freigegebener Konfigurationsstand, der als verbindlicher Bezugspunkt für weitere Entwicklung, Herstellung, Prüfung und Änderung dient. Änderungen an einer Baseline werden über das festgelegte Configuration Control gesteuert.

Configuration Control

steuert die Bewertung, Genehmigung und Umsetzung von Änderungen. Sie verhindert unkontrollierte Anpassungen an Produkten, Dokumenten oder Systemen.

Configuration Item

Ein Configuration Item ist eine eindeutig identifizierte Einheit innerhalb des Configuration Management. Configuration Items bilden die Grundlage für Steuerung, Rückverfolgbarkeit und Änderungsmanagement.

Configuration Management

Configuration Management stellt sicher, dass Produkte, Dokumente und Systeme während ihres gesamten Lebenszyklus eindeutig identifiziert, kontrolliert und nachvollziehbar geändert werden können. Es schafft Transparenz über Produktstatus, Änderungen und Nachweise.

Configuration Management Plan

Ein Dokument, das beschreibt, wie das Configuration Management für ein bestimmtes Projekt oder System umgesetzt wird, einschließlich der Verantwortlichkeiten, Verfahren und Werkzeuge.

Configuration Status Accounting

Configuration Status Accounting dokumentiert den aktuellen Status von Configuration Items, Änderungen und Baselines. Dadurch bleibt jederzeit nachvollziehbar, welche Konfiguration freigegeben und gültig ist.

Contract Requirements Review

Das Contract Requirements Review ist die systematische Prüfung der vertraglichen Anforderungen vor der Übernahme einer Verpflichtung und bei relevanten Änderungen. Dabei werden unter anderem Vollständigkeit, Verständlichkeit, technische und organisatorische Umsetzbarkeit, Ressourcen, Risiken, Zuständigkeiten sowie Anforderungen an Lieferanten und Nachweise bewertet.

Contractual Requirements (vertragliche Anforderungen)

Contractual Requirements sind die im jeweiligen Vertrag einschließlich einbezogener Dokumente, Spezifikationen und Normen verbindlich festgelegten Anforderungen. Welche AQAP-Bestimmungen gelten, ergibt sich aus der konkreten vertraglichen Vereinbarung; eine Norm ist nicht allein aufgrund ihrer Existenz für jeden Defence-Auftrag verbindlich.

Corrective Action

Eine Korrekturmaßnahme ist eine Maßnahme zur Beseitigung der Ursache eines festgestellten Fehlers, damit dieser nicht erneut auftritt.

Counterfeit Documentation (gefälschte oder manipulierte Nachweise)

Counterfeit Documentation bezeichnet gefälschte, verfälschte oder irreführende Unterlagen, etwa Prüfberichte, Herkunftsnachweise oder Konformitätsbescheinigungen. Solche Nachweise können die tatsächliche Herkunft oder Konformität von Materiel verschleiern und müssen im Rahmen von Dokumentenprüfung, Traceability und Counterfeit Prevention berücksichtigt werden.

Counterfeit Materiel

Materiel, dessen Herkunft, Alter, Zusammensetzung, Konfiguration oder Zertifizierungsstatus falsch dargestellt wurde – durch irreführende Kennzeichnung, irreführende Dokumentation oder das Verschweigen von Informationen (AQAP 2110, Abschnitt 3.3.12). Zur Schreibweise siehe „Materiel“.

Counterfeit Prevention

Counterfeit Prevention schützt Unternehmen vor dem Einsatz gefälschter Komponenten. Der Schwerpunkt liegt auf Prävention, sicheren Beschaffungswegen, Rückverfolgbarkeit und der frühzeitigen Erkennung verdächtiger Teile.

Defence Readiness

Defence Readiness bezeichnet die Fähigkeit eines Unternehmens, die strategischen, wirtschaftlichen, organisatorischen und technischen Voraussetzungen für eine verlässliche Teilnahme am Defence-Markt zu schaffen und Defence-Verträge vertragskonform, termingerecht und nachweisbar zu erfüllen. Dazu gehören insbesondere klare Verantwortlichkeiten, belastbare Prozesse, Ressourcenplanung, Lieferkettensteuerung, Risikomanagement und die Fähigkeit zur Erfüllung vertraglicher Qualitätsanforderungen, einschließlich AQAP, sofern diese vereinbart sind.

Delegating Nation (delegierendes Land)

Eine Delta-Analyse untersucht gezielt Unterschiede zwischen zwei definierten Anforderungsständen, etwa zwischen Normausgaben oder zwischen einem bestehenden Managementsystem und zusätzlichen vertraglichen Anforderungen. Im Gegensatz zur umfassender angelegten GAP-Analyse liegt der Schwerpunkt auf den ausdrücklich abgegrenzten Differenzen.

Delta-Analyse

Dependability beschreibt die Fähigkeit eines Systems, im Bedarfsfall zuverlässig zu funktionieren. Der Begriff fasst die zeitbezogenen Qualitätseigenschaften eines Produkts zusammen – insbesondere Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit, Wiederherstellbarkeit, Instandhaltbarkeit und die Leistungsfähigkeit der Instandhaltungsunterstützung; je nach Anwendungsfall können auch Haltbarkeit, Sicherheit und Schutz hinzugehören. Im AQAP-Kontext bündelt Dependability damit die Einsatzfähigkeit eines Systems über seinen gesamten Lebenszyklus.

DEMAR – German Military Airworthiness Requirements

Ein delegierendes Land ist ein Staat, der im Rahmen der staatlichen Qualitätssicherung Aufgaben an einen anderen Staat überträgt.

Dependability

Die DEMAR regeln die militärische Lufttüchtigkeit in Deutschland. Für Unternehmen der militärischen Luftfahrt bilden sie gemeinsam mit EN 9100 und AQAP 2310 den relevanten regulatorischen Rahmen.

Disposal

Disposal umfasst alle Tätigkeiten, die zur Außerbetriebnahme und Entsorgung eines Systems oder Produkts am Ende seines Lebenszyklus erforderlich sind, einschließlich zugehöriger Materialien und Einrichtungen. Im AQAP-Kontext schließt Disposal die in AQAP 2000 beschriebene Lebenszyklusphasenkette ab und wird durch AQAP 2190 als eigenständiger Qualitätssicherungsstandard geregelt.

Disposal Quality Plan (DQP)

Der Disposal Quality Plan ist das zentrale Planungsdokument nach AQAP 2190, das der Auftragnehmer dem Auftraggeber bzw. GQAR vor Beginn des Entsorgungsprozesses vorlegen muss. Er beschreibt die vertragsspezifischen Qualitätsanforderungen, die erforderlichen Kontrollaktivitäten, kritische Prozessschritte sowie die Anforderungen an Arbeitssicherheit und Umweltschutz und macht die Erfüllung dieser Anforderungen über eine Anforderungs- und Lösungsmatrix nachvollziehbar. Auftraggeber und GQAR können den DQP sowie spätere Überarbeitungen ablehnen.

Dokumentation (Documentation)

Ein Dokumentenmanagementsystem steuert die Erstellung, Freigabe, Verteilung, Änderung und Archivierung von Dokumenten. Es stellt sicher, dass jederzeit die gültigen Informationen verwendet werden.

Dokumentenmanagementsystem (DMS)

Dokumentation schafft die Grundlage für Nachweisfähigkeit, Transparenz und Vertrauen. Im AQAP-Kontext gilt häufig: Nicht dokumentiert bedeutet nicht nachgewiesen.

Dokumentierte Information (Documented Information)

Dokumentierte Informationen umfassen alle gelenkten Dokumente und Aufzeichnungen eines Managementsystems. Sie dienen als Nachweis für Entscheidungen, Prozesse und Ergebnisse.

EN 9100

EN 9100 ist die europäische Norm für Qualitätsmanagementsysteme in der Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung und entspricht inhaltlich der AS 9100. Sie baut auf der ISO 9001 auf und enthält zusätzliche Anforderungen der Branche.

Endprüfung

Die Endprüfung ist die abschließende Prüfung eines Produkts vor der Auslieferung, um festzustellen, ob alle festgelegten Anforderungen erfüllt sind.

First Article Inspection

Die First Article Inspection dient dem Nachweis, dass ein Produkt oder Herstellungsprozess die festgelegten Anforderungen erfüllen kann. Sie wird häufig vor Serienfertigung oder Erstlieferung durchgeführt.

Flowdown (Weitergabe von Anforderungen an Unterlieferanten)

Flowdown bezeichnet die vertraglich geregelte Weitergabe der für die jeweilige Leistung relevanten Anforderungen an Unterauftragnehmer und Lieferanten. Dazu können Qualitätsanforderungen, Dokumentationspflichten, Rückverfolgbarkeit, Configuration Management und Government Access Rights gehören. Der Auftragnehmer bleibt für die Steuerung seiner Lieferkette und die Erfüllung seiner vertraglichen Verpflichtungen verantwortlich.

FMEA – Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse

Die Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse ist ein Verfahren zur systematischen Ermittlung möglicher Fehler, ihrer Ursachen und ihrer Auswirkungen, um vorbeugende Maßnahmen festzulegen

Gap-Analyse

Eine GAP-Analyse ist ein systematischer Soll-Ist-Vergleich zwischen den bestehenden Prozessen, Strukturen und Nachweisen eines Unternehmens und definierten Anforderungen. Im AQAP-Kontext bildet sie die Grundlage, um Abweichungen gegenüber den vertragsrelevanten Anforderungen zu identifizieren, organisatorischen Handlungsbedarf zu bewerten und priorisierte Maßnahmen zur Herstellung der erforderlichen Defence Readiness abzuleiten.

Government Access Rights (GAR)

Government Access Rights bezeichnen vertraglich vereinbarte Zugangs- und Einsichtsrechte staatlicher Qualitätssicherungsvertreter oder anderer berechtigter Stellen. Sie ermöglichen die Überprüfung vertragsrelevanter Prozesse, Produkte, Einrichtungen und Nachweise beim Auftragnehmer und, soweit vertraglich vorgesehen, bei Unterauftragnehmern. Umfang und Ausübung richten sich nach den anwendbaren Vertragsbestimmungen.

Government Quality Assurance (GQA)

Government Quality Assurance ergänzt die Eigenverantwortung des Auftragnehmers durch staatliche Qualitätssicherungsmaßnahmen. Ziel ist die risikoorientierte Überwachung der vertraglich vereinbarten Qualitätsanforderungen, nicht deren Übernahme durch den Staat.

Government Quality Assurance Delegation (GQAD)

Government Quality Assurance Delegation bezeichnet die formelle Übertragung bestimmter staatlicher Qualitätssicherungsaufgaben von einer Delegating Nation auf eine Receiving Nation. Verfahren und Zuständigkeiten richten sich nach den einschlägigen NATO-Regelungen, insbesondere AQAP 2070, und dem jeweiligen Delegationsauftrag.

GQAR – Government Quality Assurance Representative

Ein Government Quality Assurance Representative (GQAR) ist ein zur Durchführung staatlicher Qualitätssicherungsmaßnahmen autorisierter Vertreter. Er nimmt im Rahmen seines Auftrags risikoorientierte Prüf-, Überwachungs- und Bewertungsaufgaben wahr. Die Verantwortung für die Erfüllung der vertraglichen Anforderungen verbleibt beim Auftragnehmer.

Güteprüfstelle

Die Zentralstelle für technische Qualität (ZtQ) der Bundeswehr (meist im BAAINBw) ist in Deutschland für die Qualitätssicherung nach AQAP-Standards zuständig. Die ZtQ-Regionalstellen führen die Güteprüfung (amtliche Qualitätssicherung) vor Ort durch.

Interne Audits

Interne Audits prüfen, ob Prozesse wirksam funktionieren und Anforderungen erfüllt werden. Sie helfen Unternehmen, Schwachstellen frühzeitig zu erkennen, bevor diese durch Kunden, Auditoren oder den GQAR festgestellt werden.

ISO – International Organization for Standardization

Die ISO ist eine weltweite Organisation, die Normen erarbeitet und veröffentlicht, damit Regeln und Begriffe überall möglichst gleich verstanden werden.

ISO 10007 – Leitfaden für Configuration Management

ISO 10007 beschreibt bewährte Methoden für die Planung, Steuerung und Nachverfolgbarkeit von Produktkonfigurationen und Änderungen. Unternehmen mit Erfahrungen im Configuration Management nach ISO 10007 bringen häufig bereits wesentliche Voraussetzungen für die Umsetzung der entsprechenden AQAP-Anforderungen mit.

ISO 10012 – Management von Messprozessen und Prüfmitteln

ISO 10012 beschreibt Anforderungen an die Steuerung von Messprozessen sowie die Überwachung und Kalibrierung von Prüfmitteln. Ein wirksames Prüfmittelmanagement unterstützt die Nachweisfähigkeit von Prüfergebnissen und bildet eine wichtige Grundlage für Qualitätssicherung, Konformitätsnachweise und Traceability.

ISO 19011 – Leitfaden zur Auditierung von Managementsystemen

ISO 19011 ist eine Norm, die Leitlinien für Audits von Managementsystemen gibt, also wie man Audits plant und durchführt.

ISO 31000 – Internationaler Standard für Risikomanagement

ISO 31000 beschreibt bewährte Grundsätze und Methoden für den systematischen Umgang mit Risiken. Unternehmen mit etablierten Risikomanagementprozessen nach ISO 31000 verfügen häufig bereits über wichtige Grundlagen für die Umsetzung der AQAP-Anforderungen im Bereich Risk Management.

ISO 9000 – ISO Normenreihe (Grundbegriffe)

ISO 9001 beschreibt weltweit anerkannte Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem, ohne vorzuschreiben, wie ein Unternehmen im Detail arbeiten muss.

ISO 9001 – Internationaler Qualitätsmanagementstandard

ISO 9000 erklärt die Grundideen und Begriffe rund um Qualitätsmanagementsysteme und liefert das gemeinsame Wörterbuch dafür.

Konformitätserklärung

Eine Konformitätserklärung ist ein Schriftstück, in dem der Hersteller erklärt, dass sein Produkt die Vorgaben aus Gesetzen oder Regeln erfüllt, die dafür gelten.

Lebenszyklusmanagement (Lifecycle Management)

Lebenszyklusmanagement betrachtet ein Produkt von der Entwicklung über Nutzung und Instandhaltung bis zur Ausphasung. Im Defence-Bereich spielt dieser Ansatz eine zentrale Rolle, da Systeme häufig über Jahrzehnte betrieben werden.

Lieferantenaudit (Supplier Audit)

Ein Lieferantenaudit ist eine geplante Prüfung beim Lieferanten, um festzustellen, ob er die vereinbarten Anforderungen einhält.

Lieferantenbewertung

Eine Lieferantenbewertung ist das systematische Beurteilen eines Lieferanten nach festgelegten Kriterien, zum Beispiel nach Qualität, Termintreue oder Reaktionsgeschwindigkeit.

Lieferantenmanagement

Lieferantenmanagement ist das planvolle Steuern der Zusammenarbeit mit Lieferanten, damit die Anforderungen dauerhaft erfüllt werden.

Lieferantenqualifikation

Lieferantenqualifikation bedeutet: Ein Lieferant wird vor der Zusammenarbeit geprüft und freigegeben, damit er die Anforderungen sicher erfüllen kann.

Lieferkette (Supply Chain)

Die Lieferkette umfasst alle Unternehmen und Prozesse, die zur Entwicklung, Herstellung, Lieferung und Unterstützung eines Produkts beitragen. Im Defence-Bereich steht die Beherrschung der gesamten Lieferkette im Mittelpunkt vieler AQAP-Anforderungen.

Management Review

Das Management Review ist die regelmäßige Bewertung des Managementsystems durch die Unternehmensleitung. Es dient dazu, Wirksamkeit, Risiken, Verbesserungsmöglichkeiten und notwendige Ressourcen zu beurteilen.

Materiel (englische Schreibweise)

In NATO-Dokumenten wird zwischen material (Werkstoff, Rohstoff) und materiel (militärisches Gerät, Baugruppen, Ersatzteile, Waffensysteme) unterschieden. AQAP 2110 verwendet, daher Counterfeit Materiel, nicht Counterfeit Material. Im Deutschen besteht keine entsprechende Unterscheidung; der Rüstungsbereich verwendet stattdessen den Begriff Wehrmaterial für militärisches Gerät und Werkstoff für Rohstoffe.

NATO – North Atlantic Treaty Organization (Nordatlantisches Bündnis)

Die NATO ist ein Bündnis von Staaten, die sich gegenseitig schützen; ein Angriff auf ein Mitglied gilt als Angriff auf alle.

NCIA – NATO Communications and Information Agency

Die NCIA verantwortet Kommunikations-, Informations- und IT-Systeme der NATO. Sie spielt insbesondere bei digitalen, softwarebasierten und sicherheitskritischen Projekten eine wichtige Rolle.

NCR – Non-Conformance Report (Nichtkonformitätsbericht)

Ein NCR ist ein Bericht, mit dem ein festgestellter Verstoß gegen eine Anforderung dokumentiert und die weitere Bearbeitung festgehalten wird.

Nichtkonformität

Eine Nichtkonformität liegt vor, wenn eine festgelegte Anforderung nicht erfüllt wurde. Nichtkonformitäten können Produkte, Prozesse, Dokumentationen oder Managementsysteme betreffen.

Nonconformity

Siehe Nichtkonformität.

NSDD – NATO Standardization Documents Database

Die NATO Standardization Documents Database ist eine zentrale Datenbank der NATO, in der gültige und frühere Standardisierungsdokumente der NATO erfasst und bereitgestellt werden. (NATO Standardization Office – NSO)

NSO – NATO Standardization Office

Das NATO Standardization Office ist die Dienststelle der NATO, die für die Erarbeitung, Pflege und Veröffentlichung von NATO-Standardisierungsdokumenten zuständig ist. (nso.nato.int – NATO Standardization Office)

NSPA – NATO Support and Procurement Agency

Die NSPA unterstützt NATO-Staaten bei Beschaffung, Logistik und Versorgung. Sie übernimmt eine zentrale Rolle bei multinationalen Beschaffungs- und Unterstützungsprojekten.

Obsoleszenzmanagement (Obsolescence Management)

Obsoleszenzmanagement steuert Risiken, die durch die Abkündigung oder Nichtverfügbarkeit von Komponenten, Materialien oder Technologien entstehen. Im Defence-Bereich ist dies besonders wichtig, da Produkte häufig über Jahrzehnte betrieben und unterstützt werden müssen.

Preventive Action

Eine Vorbeugungsmaßnahme ist eine Maßnahme zur Beseitigung der Ursache eines möglichen Fehlers, damit dieser nicht eintritt.

Product Lifecycle Management (PLM)

Product Lifecycle Management ist die Planung, Steuerung und Dokumentation aller Daten und Abläufe eines Produkts über dessen gesamten Lebensweg.

Prüfmittelmanagement

Prüfmittelmanagement ist das geregelte Vorgehen zur Auswahl, Überwachung und Kalibrierung von Prüfmitteln, damit Messergebnisse verlässlich sind.

Purchase Order Review

Auch siehe Contract Review; prüft Bestellungen auf Vollständigkeit, Verständlichkeit und die korrekte Weitergabe vertraglicher Anforderungen. Es stellt sicher, dass relevante AQAP-Anforderungen bereits vor der Beauftragung berücksichtigt werden.

Qualitätsplan (Quality Plan)

Der Quality Plan beschreibt, wie die Qualitätsanforderungen eines konkreten Vertrages oder Projekts umgesetzt werden. Er schafft Transparenz über Verantwortlichkeiten, Prozesse, Prüfungen und Nachweise.

Qualitätssicherung

Qualitätssicherung umfasst alle geplanten und systematischen Tätigkeiten, die notwendig sind, um Vertrauen zu schaffen, dass Qualitätsanforderungen erfüllt werden

Quality Management System (QMS)

Das Quality Management System bildet den organisatorischen Rahmen für die Planung, Steuerung und Verbesserung von Qualität. AQAP baut auf einem wirksamen Qualitätsmanagementsystem auf und erweitert dieses um Defence-spezifische Anforderungen.

Receiving Nation

Die Receiving Nation führt Government Quality Assurance im Auftrag einer Delegating Nation durch. Dieses Prinzip ermöglicht die gegenseitige Unterstützung von NATO-Staaten bei internationalen Beschaffungsvorhaben.

Release Package

Ein Release Package ist eine Zusammenstellung freigegebener Unterlagen und Informationen, die einen festgelegten Produktstand vollständig beschreiben und nachweisen. Dazu gehören häufig Prüfaufzeichnungen, Konfigurationsnachweise und das Certificate of Conformity.

Resilienz (Resilience)

Resilienz beschreibt die Fähigkeit eines Unternehmens, auch unter veränderten Bedingungen leistungsfähig und handlungsfähig zu bleiben. Im Defence-Umfeld entsteht Resilienz durch robuste Prozesse, beherrschte Risiken und belastbare Nachweise.

Risiko (Risk)

Ein Risiko ist ein mögliches Ereignis oder eine Situation, die Qualität, Termine, Kosten, Sicherheit oder Vertragserfüllung beeinträchtigen kann. Risiken müssen erkannt, bewertet und aktiv gesteuert werden.

Risikoanalyse

Die Risikoanalyse ist der Teil des Risikomanagements, bei dem Risiken ermittelt und hinsichtlich ihrer Ursachen und möglichen Auswirkungen untersucht werden.

Risikobewertung (Risk Assessment)

Die Risikobewertung ist der Vergleich der Ergebnisse der Risikoanalyse mit festgelegten Kriterien, um zu entscheiden, ob ein Risiko akzeptabel ist oder behandelt werden muss.

Risikoidentifikation

Die Risikoidentifikation ist das systematische Erkennen und Beschreiben von Risiken, die das Erreichen von Zielen beeinflussen können. Sie bildet den Ausgangspunkt eines wirksamen Risk Management.

Risikomanagement (Risk Management)

Risikomanagement ist die koordinierte Tätigkeit zum Leiten und Steuern einer Organisation im Umgang mit Risiken.

Risikomanagementplan (Risk Management Plan)

Ein Risikomanagementplan beschreibt, wie das Risikomanagement in einem bestimmten Projekt oder einer Organisation angewendet wird. Ziel ist die frühzeitige Erkennung, Bewertung, Behandlung und Überwachung von Risiken, um die erfolgreiche Vertragserfüllung sicherzustellen.

Risikoregister (Risk Register)

Das Risikoregister dokumentiert identifizierte Risiken, Bewertungen, Maßnahmen und Verantwortlichkeiten. Es bildet die zentrale Arbeitsgrundlage des Risk Management.

Root Cause Analysis

Root Cause Analysis ist die systematische Untersuchung, mit der die grundlegende Ursache eines Fehlers ermittelt wird, um ein erneutes Auftreten zu verhindern. Ziel ist nicht die Behandlung von Symptomen, sondern die nachhaltige Beseitigung der Fehlerursache.

Software Quality Assurance

Software Quality Assurance stellt sicher, dass Softwareprodukte kontrolliert entwickelt, geprüft, freigegeben und geändert werden.

STANAG 4107 (Mutual Government Quality Assurance and Usage of the AQAP Series)

STANAG 4107 bildet die Grundlage für die gegenseitige Anerkennung staatlicher Qualitätssicherungsmaßnahmen und die Anwendung der AQAP-Familie. Es schafft die organisatorische Basis für Government Quality Assurance innerhalb der NATO.

Standardization Agreement

Ein Standardisierungsabkommen ist eine Vereinbarung zwischen NATO-Staaten, mit der gemeinsame Verfahren, Begriffe oder technische Anforderungen verbindlich festgelegt werden.

Supplier Quality

Supplier Quality umfasst die Planung, Sicherstellung und Überwachung der Qualitätsfähigkeit und Leistung von Lieferanten. Im Defence-Umfeld gehören hierzu insbesondere Lieferantenbewertung, risikoorientierte Überwachung, Flowdown, Nachweisführung, Umgang mit Nichtkonformitäten und die Kontrolle der vertraglich relevanten Lieferkettenanforderungen.

Supplier Risk Management

Supplier Risk Management bezeichnet das systematische Erkennen, Bewerten, Behandeln und Überwachen von Risiken aus der Lieferkette. Dazu gehören beispielsweise Kapazitätsengpässe, Single-Source-Abhängigkeiten, unzureichende Qualitätsfähigkeit, Obsoleszenz sowie Risiken für Traceability, Termine und Vertragserfüllung.

Suspect Counterfeit Item

Ein Suspect Counterfeit Item ist eine Komponente oder ein Material, bei dem ein begründeter Verdacht auf Fälschung besteht. Bis zur Klärung darf eine solche Komponente nicht uneingeschränkt verwendet werden.

System Life Cycle Management

System Life Cycle Management ist die koordinierte Planung und Steuerung eines Systems über seine Lebenszyklusphasen, von der Bedarfsermittlung und Entwicklung über Herstellung, Betrieb und Unterstützung bis zur Ausphasung. Im Defence-Umfeld verbindet es technische, organisatorische und vertragliche Anforderungen an Leistung, Konfiguration, Risiken und Nachweisführung über die Nutzungsdauer.

Tailoring (Anpassung von Normanforderungen)

Tailoring bezeichnet die vertraglich geregelte Auswahl oder Anpassung von Anforderungen an den spezifischen Umfang, die Risiken und die Besonderheiten eines Projekts. Ziel ist eine angemessene und wirksame Anwendung der relevanten Vorgaben. Der Auftragnehmer darf verbindliche Anforderungen nicht ohne entsprechende vertragliche Grundlage eigenmächtig ausschließen oder verändern.

Traceability (Rückverfolgbarkeit)

Traceability ermöglicht die nachvollziehbare Verfolgung von Herkunft, Verarbeitung, Änderungen und Verbleib eines Produkts oder einer Komponente. Sie ist eine zentrale Voraussetzung für Nachweisfähigkeit, Configuration Management und Counterfeit Prevention.

Validierung

Validierung bestätigt, dass ein Produkt oder System für den vorgesehenen Einsatzzweck geeignet ist. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die tatsächlichen Nutzer- und Einsatzanforderungen erfüllt werden.

Verifikation

Verifikation bestätigt, dass festgelegte Anforderungen korrekt umgesetzt wurden. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob das Produkt entsprechend den Vorgaben entwickelt, hergestellt oder geändert wurde.

VS-NfD Vertrauliche Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch

VS-NfD bezeichnet die niedrigste deutsche Verschlusssachenstufe. Unternehmen im Defence-Umfeld müssen häufig organisatorische und technische Maßnahmen erfüllen, um mit entsprechenden Informationen umgehen zu können.

Wirksamkeit (Effectiveness)

Wirksamkeit beschreibt, ob ein Prozess oder Managementsystem die angestrebten Ergebnisse tatsächlich erreicht. Im AQAP-Kontext steht nicht die Existenz von Dokumenten im Vordergrund, sondern deren nachweisbare Wirkung.

Zertifikat der Konformität

Siehe Certificate of Conformity